Impulskontrolle im Alltag

Warum Training allein oft nicht reicht – und was dein Hund wirklich braucht

Du hast mit deinem Hund Impulskontrolle geübt.
Er kann warten, kennt die Signale, beherrscht die Übungen zu Hause – und trotzdem klappt es draußen nicht immer?

Dann geht es dir wie vielen Hundehaltern. Und die gute Nachricht ist:
Das liegt nicht daran, dass dein Hund „stur“, „ungezogen“ oder „unwillig“ ist.

Impulskontrolle ist kein reiner Trainingspunkt – sie ist eng mit Emotionen, Stress und innerer Ruhe verknüpft.


Impulskontrolle ist mehr als Gehorsam

Oft wird Impulskontrolle mit „Sitz und Bleib trotz Ablenkung“ gleichgesetzt.
Doch in Wahrheit bedeutet sie:

👉 Dein Hund kann einen Reiz wahrnehmen und trotzdem ansprechbar bleiben.

Das ist eine enorme Leistung – besonders im Alltag, wo viele Reize gleichzeitig auf ihn einwirken:

  • andere Hunde
  • Gerüche
  • Geräusche
  • Bewegungen
  • Erwartungen von außen

Ein Hund, der hier ruhig bleibt, braucht mehr als nur gut trainierte Signale.


Warum dein Hund es „weiß“ – aber trotzdem nicht schafft

Hunde handeln emotional.
Trifft ein Reiz auf einen Hund, der bereits aufgeregt, gestresst oder überfordert ist, setzt das Denken aus – ganz ähnlich wie bei uns Menschen.

Typische Situationen:

  • Dein Hund springt an der Leine, obwohl er „Sitz“ kann
  • Er schießt los, obwohl er Rückruf kennt
  • Er kommt innerlich nicht zur Ruhe, obwohl ihr viel trainiert

👉 Das Problem ist dann nicht mangelndes Training, sondern mangelnde Regulation.


Stress ist der größte Feind der Impulskontrolle

Ein dauerhaft gestresster Hund kann keine gute Impulskontrolle zeigen.

Stress entsteht z. B. durch:

  • zu viele Termine & Trainings
  • dauerhafte Reizüberflutung
  • fehlende Pausen
  • unklare Strukturen
  • zu hohe Erwartungen

Je voller der „Stresspegel“, desto schneller explodiert der Impuls.


Impulskontrolle braucht Ruhe – nicht noch mehr Übungen

Was vielen Hunden wirklich hilft:

  • feste Rituale
  • vorhersehbare Abläufe
  • bewusste Ruhephasen
  • klare, ruhige Führung
  • weniger, aber gezieltes Training

Manchmal ist Nichtstun der wichtigste Trainingsschritt.

Ein Hund, der gelernt hat zu entspannen, kann Impulse viel besser aushalten.


Alltagstaugliche Unterstützung für mehr Impulskontrolle

✔️ Trainingssituationen bewusst kurz halten
✔️ Reize dosieren statt „Augen zu und durch“
✔️ Erfolgssituationen schaffen
✔️ Fortschritte realistisch bewerten
✔️ Pausen genauso ernst nehmen wie Übungen

Impulskontrolle wächst nicht linear – sie entwickelt sich mit Reife, Vertrauen und innerer Stabilität.


Fazit

Impulskontrolle ist kein Trick und kein Kommando.
Sie ist ein Prozess, der Geduld, Verständnis und einen Blick auf das große Ganze braucht.

Wenn dein Hund lernt, innerlich ruhig zu bleiben, wird er auch äußerlich kontrollierter handeln – ganz ohne Druck.


Impulskontrolle entsteht nicht nur im Training.
Ob dein Hund im Alltag ruhig bleiben kann, hängt stark davon ab, wie klar und verlässlich sein Tagesablauf gestaltet ist.
👉 Im nächsten Beitrag erfährst du, warum feste Strukturen im Hundealltag so wichtig sind – und wie sie deinem Hund Sicherheit und Gelassenheit geben.

Ruhe lernen – warum dein Hund nicht immer beschäftigt werden muss

Viele Hundebesitzer haben das Gefühl, ihren Hund ständig auslasten zu müssen. Spaziergang, Training, Spiel, Beschäftigung – am besten alles hintereinander. Doch was gut gemeint ist, führt im Alltag oft zu überdrehten, unruhigen Hunden.

Dabei ist Ruhe eine Fähigkeit, die Hunde genauso lernen müssen wie „Sitz“ oder „Platz“.

Warum Ruhe so wichtig ist

Ein Hund, der nicht zur Ruhe kommt, kann Stress schlecht verarbeiten. Dauerhafte Überforderung zeigt sich oft durch:

  • Nervosität
  • ständiges Fordern von Aufmerksamkeit
  • schlechtes Alleinbleiben
  • geringe Frustrationstoleranz

Gerade im Alltag ist es wichtig, dass dein Hund lernt, auch in reizarmen Momenten entspannt zu bleiben.

Beschäftigung ist nicht gleich Auslastung

Natürlich brauchen Hunde Bewegung und geistige Beschäftigung – aber immer im richtigen Maß. Zu viel Action kann genauso problematisch sein wie zu wenig.

Ein gut ausgelasteter Hund ist nicht automatisch ein müder Hund, sondern ein ausgeglichener.

Ruhe lernen im Alltag

Ruhe entsteht nicht von selbst – sie wird begleitet aufgebaut:

  • feste Ruhezeiten im Tagesablauf
  • klare Rituale nach Spaziergang oder Training
  • ruhiges Verhalten wird bewusst belohnt
  • Pausen zwischen Aktivitäten zulassen

Wichtig: Ruhe bedeutet nicht Isolation, sondern bewusstes Herunterfahren.

Impulskontrolle und Ruhe gehören zusammen

Ein Hund, der gelernt hat, Reize auszuhalten, kann auch besser entspannen. Impulskontrolle ist daher ein zentraler Baustein für ein harmonisches Zusammenleben – im Haus genauso wie draußen.

Fazit

Ein guter Alltag mit Hund besteht nicht aus möglichst viel Action, sondern aus einem gesunden Wechsel zwischen Aktivität und Ruhe. Wer seinem Hund beibringt, abzuschalten, schenkt ihm echte Lebensqualität.

Dummyspiele für Zuhause und unterwegs – kreative Ideen für clevere Hunde

Dummytraining muss nicht immer auf dem großen Feld stattfinden. Auch in der Wohnung, im Garten oder unterwegs beim Spaziergang kannst du viele abwechslungsreiche Übungen machen. Diese Spiele fördern die Konzentration, das Apportierverhalten und machen einfach Spaß – für dich und deinen Hund.


Warum Dummyspiele perfekt für den Alltag sind

  • 🧠 Geistige Auslastung: Dein Hund darf nachdenken, sich konzentrieren und arbeiten.
  • 🦴 Bindung stärken: Gemeinsames Arbeiten fördert Vertrauen und Teamarbeit.
  • 🎯 Flexibel umsetzbar: Drinnen, im Garten oder im Park – überall möglich.
  • 🚫 Kein Überdrehen: Im Gegensatz zu wildem Ballwerfen bleibt Dummytraining ruhig und kontrolliert.

👉 Wenn du die Grundlagen des Dummytrainings verstehen möchtest, lies auch:
🔗 Dummytraining für Hunde – Der ultimative Guide für Einsteiger


Dummyspiele für Zuhause

🏡 1. Memory-Spiel

Verstecke ein Dummy in einem anderen Raum. Dein Hund soll warten, während du es versteckst. Gib dann das Suchsignal und lass ihn finden.
➡️ Fördert Gedächtnis und Nasenarbeit.

🎯 2. Richtungsarbeit auf engem Raum

Lege zwei Dummys an unterschiedlichen Stellen im Zimmer. Schicke deinen Hund gezielt zu „links“ oder „rechts“.
➡️ Perfekt für Hunde, die lernen sollen, auf Körpersprache zu achten.

🧩 3. Tauschspiel

Lass deinen Hund ein Dummy bringen und tausche es gegen ein anderes (oder eine Belohnung).
➡️ Trainiert das Abgeben und die Impulskontrolle.


Dummyspiele für unterwegs

🌳 1. Verlorensuche im Gras

Wirf oder lege das Dummy im hohen Gras ab, während dein Hund kurz wartet. Danach darf er suchen.
➡️ Stärkt die Nase und die Selbstständigkeit.

🪵 2. Marking-Übung auf der Wiese

Wirf das Dummy sichtbar – dein Hund merkt sich die Fallstelle. Warte kurz, bevor du ihn schickst.
➡️ Fördert Aufmerksamkeit und Ruhe.

🌲 3. Memory-Retrieve im Wald

Lege auf einem Spaziergang an drei Stellen Dummys ab. Beim Rückweg darf dein Hund sie nacheinander holen.
➡️ Großartige Kombi aus Gedächtnis, Orientierung und Gehorsam.


Tipps für sicheres und faires Spielen

  • Verwende geeignete Dummys (keine Tennisbälle!).
  • Achte auf klare Signale und Pausen.
  • Nutze weiches Gelände oder Teppich in der Wohnung.
  • Lass deinen Hund nie unbeaufsichtigt mit dem Dummy.

👉 Welche Dummys sich für Anfänger eignen, erfährst du hier:
🔗 Welche Dummys eignen sich für Anfänger?


Wann lohnt sich Training mit Anleitung?

Manchmal hilft ein geschulter Blick von außen. In der Hundeschule Billwerder lernst du, wie du die Übungen richtig aufbaust, Signale auf Distanz gibst und Fehler vermeidest.

👉 Schau dir hier unseren Kurs an:
🔗 Dummytraining in der Hundeschule Billwerder – jetzt anmelden


Also:

Dummyspiele sind die perfekte Möglichkeit, deinen Hund sinnvoll zu beschäftigen – egal ob zuhause, im Garten oder unterwegs. Sie fördern Konzentration, Bindung und Spaß am gemeinsamen Arbeiten.

Mit etwas Routine wird Dummytraining schnell zum Highlight eures Alltags!

Welche Dummys eignen sich für Anfänger?

Wenn du mit dem Dummytraining beginnst, stehst du schnell vor der Frage: Welcher Dummy ist der richtige für meinen Hund?
Denn Größe, Gewicht und Material machen im Training einen großen Unterschied. Dieser Artikel hilft dir, den passenden Dummy für deinen Einstieg zu finden – abgestimmt auf Alter, Rasse und Trainingsziel.

👉 Wenn du wissen möchtest, wie Dummytraining grundsätzlich funktioniert, lies hier:
🔗 Dummytraining für Hunde – Der ultimative Guide für Einsteiger


Warum die Wahl des richtigen Dummys so wichtig ist

Ein Dummy ist mehr als nur ein Apportiergegenstand – er ist das zentrale Werkzeug im Training.
Die richtige Größe und das passende Gewicht sorgen dafür, dass dein Hund:

  • korrekt trägt (ohne zu kauen oder zu schütteln),
  • sicher apportiert (ohne Verletzungsrisiko),
  • motiviert bleibt, weil der Dummy angenehm ist.

Standard-Dummys – der Klassiker für den Einstieg

Empfehlung:

  • Gewicht: 500 g für mittelgroße Hunde, 250 g für kleine Rassen.
  • Material: robustes Canvas-Gewebe.
  • Füllung: schwimmfähig (für Wasserübungen geeignet).

Vorteil: vielseitig einsetzbar, gut sichtbar, langlebig.
➡️ Perfekt für die ersten Apportierübungen zuhause oder auf der Wiese.

👉 Passend dazu:
🔗 Die besten Dummyspiele für Zuhause und unterwegs


Pocket-Dummys – ideal für unterwegs

Klein, leicht und perfekt für Spaziergänge oder Stadttraining.

  • Passt in jede Jackentasche.
  • Gut geeignet für kurze Apporte oder Impulskontrolle.
  • Für Welpen und kleine Hunde super.

Tipp: Nutze sie für kleine Suchspiele zwischendurch!


Marking-Dummys – für die ersten Sichtapporte

Diese Dummys haben oft eine leuchtende Farbe (orange, grün, weiß).

  • Ideal, um dem Hund beizubringen, sich die Fallstelle zu merken.
  • Perfekt für Einsteiger, die mit Sichtarbeit starten.

Aber: Kein Dauergebrauch – sonst lernt dein Hund, nur auf Sicht zu arbeiten.


Dummys mit Fell – für den Jagdhundtyp

Fell-Dummys imitieren Wild und sind besonders spannend für Retriever, Spaniel oder Vorstehhunde.

  • Sehr motivierend durch den Geruch.
  • Ideal, wenn du jagdliche Übungen trainierst.
  • Achtung: Für manche Hunde zu aufregend – lieber später einsetzen.

👉 Mehr über die Arbeit mit Jagdhunden erfährst du bald in unserem Artikel:
„Jagdhunde sinnvoll beschäftigen – Warum Dummyarbeit die beste Wahl ist“


Was du beim Dummy-Kauf beachten solltest

  • Keine zu großen Dummys: Der Hund soll ihn sicher tragen können.
  • Lieber mehrere kleine als einen großen: Für verschiedene Übungen flexibel.
  • Gute Qualität: Billig-Dummys reißen oft und können Verletzungen verursachen.
  • Schwimmfähig: Für Sommertraining besonders praktisch.

Fazit – Der richtige Dummy für den erfolgreichen Start

Für Einsteiger gilt: weniger ist mehr. Ein klassischer 500g-Canvas-Dummy reicht für die meisten Hunde völlig aus. Für die ersten Dummyübungen solltest du dich mit mindestens 3 Standarddummys ausrüsten.
Später kannst du variieren und verschiedene Formen, Größen oder Materialien einsetzen.

👉 Wenn du das Apportieren Schritt für Schritt aufbauen möchtest, schau dir auch diesen Artikel an:
🔗 Apportieren ist nicht gleich apportieren

Und natürlich freuen wir uns, wenn du das Training bei uns live erlebst:
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Dummytraining für Hunde

Dummytraining

Der perfekte Mix aus Arbeit und Teamgeist

Dummytraining ist mehr als nur Apportieren. Es ist Kommunikation, Vertrauen und Zusammenarbeit zwischen Mensch und Hund.
Egal ob du mit deinem Retriever sportlich trainieren, dich auf Working-Tests vorbereiten oder einfach eine sinnvolle Beschäftigung suchst – Dummyarbeit bietet für jeden das passende Level.


Was ist Dummytraining überhaupt?

Beim Dummytraining lernt dein Hund, einen Apportiergegenstand (den sogenannten Dummy) nach bestimmten Regeln zu suchen, zu bringen und abzugeben.
Das Training ist vielseitig aufgebaut und kombiniert Elemente aus:

  • Jagdlichem Arbeiten (Suchen, Markieren, Einweisen)
  • Gehorsam und Impulskontrolle
  • Bindungsarbeit und Konzentration

Das macht Dummyarbeit zu einer der spannendsten Formen der Beschäftigung für Hunde – körperlich und geistig gleichermaßen.


Für wen ist Dummytraining geeignet?

🏆 Für ambitionierte Teams

  • Retriever, Spaniel oder Vorstehhunde mit Arbeitsfreude
  • Hundeführer:innen, die sich auf Working-Tests oder jagdliche Prüfungen vorbereiten
  • Ziel: Präzision, Distanzarbeit, perfekter Gehorsam

🐾 Für Alltagsteams

  • Hunde jeder Rasse, die Spaß am Apportieren haben
  • Menschen, die eine kontrollierte, sinnvolle Beschäftigung suchen
  • Ziel: Bindung stärken, Energie kanalisieren, Kopftraining

Das Schöne: Beide Wege beginnen mit denselben Grundlagen – sie unterscheiden sich erst, wenn du dich spezialisieren möchtest.


Warum Dummytraining so wertvoll ist

  • 🧠 Fördert Konzentration & Gehorsam
  • 🐕 Stärkt die Bindung zwischen Hund und Mensch
  • 🎯 Schafft Erfolgserlebnisse ohne Druck
  • 🌳 Bietet geistige Auslastung auch für Nicht-Jagdhunde
  • 💪 Kann sportlich oder alltagstauglich trainiert werden

Egal, ob dein Hund ein talentierter Retriever ist oder einfach gerne trägt – Dummyarbeit macht ihn zu einem aufmerksamen, zufriedenen Partner.


Die Grundlagen – so startest du richtig

  1. Wähle den richtigen Dummy: Größe & Gewicht müssen zum Hund passen.
    👉 Lies dazu: Welche Dummys eignen sich für Anfänger?
  2. Aufbau Schritt für Schritt: Erst korrektes Tragen, dann kurze Apporte.
    👉 Siehe: Erste Schritte im Dummytraining
  3. Verknüpfe das Signal sauber: Nur auf Kommando darf dein Hund holen.
  4. Belohne Ruhe, nicht nur Tempo: Dummyarbeit lebt von Konzentration.

Übungen und Spiele für Zuhause & unterwegs

Nicht jede Trainingseinheit braucht ein großes Feld. Auch im Wohnzimmer, Garten oder Park kannst du Dummyarbeit trainieren.

So kannst du jederzeit trainieren – auch ohne Prüfungsambitionen.


Häufige Fehler im Dummytraining

Gerade am Anfang schleichen sich typische Fehler ein:

  • Zu viel Tempo, zu wenig Ruhe
  • Ungeduld beim Aufbau
  • Zu schwierige Aufgaben zu früh

👉 Wie du das vermeidest: Die häufigsten Fehler im Dummytraining – und wie du sie vermeidest


Dummytraining in der Hundeschule Billwerder

In der Hundeschule Billwerder begleiten wir dich Schritt für Schritt:

  • Vom ersten Apport bis zum strukturierten Working-Test-Training
  • In kleinen Gruppen, mit individuellen Trainingszielen
  • Mit Spaß, Ruhe und Fachwissen

👉 Erfahre mehr über unsere aktuellen Kurse:
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Dummyarbeit verbindet

Ob sportlich, jagdlich oder einfach als Hobby:
Dummytraining ist Teamarbeit in Reinform. Du lernst, deinen Hund zu lesen, zu lenken und gemeinsam mit ihm zu wachsen.

Es gibt kaum eine andere Beschäftigung, die so viel Kommunikation, Vertrauen und Freude in sich vereint.

BARF für Senioren-Hunde

Worauf du besonders achten musst

BARF für Senioren-Hunde – gesund alt werden mit Rohfütterung

Wenn Hunde älter werden, verändern sich ihre Bedürfnisse. Stoffwechsel, Verdauung und Beweglichkeit lassen nach – und genau hier kann eine angepasste BARF-Ernährung unterstützen. Doch einfach denselben Futterplan wie in jungen Jahren weiterzuführen, reicht nicht aus.


Warum BARF auch für ältere Hunde geeignet ist

  • Leicht verdaulich: Frische, natürliche Zutaten sind für viele Senioren bekömmlicher als Fertigfutter.
  • Individuell anpassbar: BARF ermöglicht, die Rationen flexibel auf Energiebedarf und gesundheitliche Besonderheiten abzustimmen.
  • Nährstoffreich: Frisches Fleisch, Gemüse und Öle liefern wertvolle Vitamine und Mineralstoffe für ein starkes Immunsystem.

Worauf du beim BARFen von Senioren-Hunden achten solltest

  1. Weniger Energie, gleiche Nährstoffe:
    Ältere Hunde bewegen sich oft weniger. Passe die Kalorienmenge an, ohne wichtige Nährstoffe zu reduzieren.
  2. Hochwertiges, mageres Fleisch wählen:
    Z. B. Geflügel oder Rind – leicht verdaulich und fettarm.
  3. Fettanteil kontrollieren:
    Zu viel Fett kann den Stoffwechsel belasten, ein moderater Anteil ist besser.
  4. Gemüseanteil erhöhen:
    Ballaststoffe fördern die Verdauung und beugen Verstopfung vor.
  5. Öle bewusst einsetzen:
    Omega-3-reiche Öle (z. B. Lachs- oder Hanföl) wirken entzündungshemmend und unterstützen die Gelenke.

Besondere Bedürfnisse von Senior-Hunden

  • 🦴 Gelenke & Beweglichkeit: Grünlippmuschelextrakt oder Fischöl können helfen.
  • 🦷 Zähne & Kiefer: Knochen sollten weich und leicht kaubar sein (z. B. Hühnerhälse).
  • 🧠 Immunsystem & Vitalität: Vitamin E und Antioxidantien aus frischem Gemüse stärken die Abwehrkräfte.
  • 🐟 Nieren & Leber: Hier kann eine tierärztlich begleitete Anpassung des Futterplans sinnvoll sein.

BARF für alte Hunde macht den Unterschied

Eine angepasste BARF-Ernährung hilft deinem Hund, auch im Alter gesund, aktiv und vital zu bleiben. Mit hochwertigen Zutaten, den richtigen Ölen und angepassten Portionen kannst du viel für das Wohlbefinden deines Vierbeiners tun.

Öle im BARF – die unterschätzte Zutat

Beim BARFen denken viele Hundehalter zuerst an Fleisch, Knochen und Gemüse. Doch auch Öle sind unverzichtbar für eine ausgewogene Ernährung. Sie liefern lebenswichtige Fettsäuren, unterstützen Haut, Fell und Immunsystem – und machen eine BARF-Ration erst komplett.


Warum sind Öle beim BARFen so wichtig?

  • Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren: sorgen für gesunde Haut, glänzendes Fell und ein starkes Immunsystem.
  • Vitaminaufnahme: Viele Vitamine (A, D, E, K) sind fettlöslich – ohne Öl kann der Hund sie nicht verwerten.
  • Energiequelle: Öle liefern konzentrierte Energie, besonders für aktive Hunde.
  • Gesundheitliche Unterstützung: bestimmte Öle wirken entzündungshemmend oder fördern die Verdauung.

👉 Ohne Öl bleibt eine BARF-Ration unvollständig.


Geeignete Öle im BARF

Folgende Öle sind besonders empfehlenswert und werden häufig eingesetzt:

  • 🐟 Lachsöl – reich an Omega-3, fördert Fell, Haut und Herzgesundheit
  • 🌱 Leinöl – pflanzliche Omega-3-Quelle, ideal bei Hautproblemen
  • 🐟 Hanföl – ausgewogenes Verhältnis von Omega-3 und Omega-6, entzündungshemmend
  • 🌻 Walnussöl – viele ungesättigte Fettsäuren, gut für Stoffwechsel und Abwehrkräfte
  • 🐟 Krillöl – hochwertige Omega-3-Quelle plus Antioxidantien

Rapsöl und Distelöl – bedingt geeignet

🌼 Rapsöl im BARF

  • Enthält ein günstiges Verhältnis von Omega-3 zu Omega-6 Fettsäuren.
  • Liefert Alpha-Linolensäure (Omega-3), die Hunde teilweise verwerten können.
  • Gut geeignet als Ergänzung, wenn auch tierische Omega-3-Quellen (z. B. Fischöl, Algenöl) im Futter sind.
  • Wichtig: Nur kaltgepresstes Rapsöl in Lebensmittelqualität verwenden.

🌸 Distelöl im BARF

  • Hoher Gehalt an Linolsäure (Omega-6).
  • Kann als Ergänzung eingesetzt werden, sollte aber nicht die einzige Ölquelle sein.
  • In Kombination mit Omega-3-reichen Ölen (z. B. Lachsöl) sinnvoll.
  • Für Hunde mit entzündlichen Erkrankungen oder Allergien ist Vorsicht geboten, da ein Übermaß an Omega-6 problematisch sein kann.

👉 Fazit: Beide Öle sind nicht „schlecht“ – sondern ergänzend einsetzbar, wenn die gesamte BARF-Ration ausgewogen ist.


Weniger geeignete Öle

  • Olivenöl – unproblematisch, aber liefert kaum relevante Fettsäuren
  • Kokosöl – äußerlich nützlich (z. B. gegen Parasiten), aber ernährungsphysiologisch wenig sinnvoll

H2: Öle für besondere Bedürfnisse

  • 🐶 Haut- und Fellprobleme: Lachsöl, Leinöl, Hanföl
  • 🐶 Gelenkprobleme / Entzündungen: Fischöl oder Krillöl (Omega-3-reich)
  • 🐶 Allergiker-Hunde: Hanföl oder ausgewogen kombinierte Ölmischungen
  • 🐶 Sportliche Hunde: Krillöl als Energielieferant mit Antioxidantien

Dosierung und Anwendung

  • Faustregel: ca. 1 Teelöffel Öl pro 10 kg Körpergewicht pro Tag
  • Öle immer roh ins Futter geben
  • Kühl lagern und zügig aufbrauchen

Fazit – Öle machen BARF erst komplett

Öle sind ein entscheidender Bestandteil der BARF-Ernährung. Mit der richtigen Auswahl aus tierischen und pflanzlichen Quellen sorgst du für ein gesundes Fettsäurenverhältnis und unterstützt die Vitalität deines Hundes.

Fleisch im Barf

Die Grundlage der Rohfütterung

Beim BARFen macht Fleisch den größten Anteil der Ration aus. Es liefert Proteine, Fette und wichtige Nährstoffe, die für die Gesundheit und Energie deines Hundes unverzichtbar sind. Doch nicht jedes Fleisch eignet sich gleichermaßen.


Geeignetes Fleisch für Hunde im BARF

Folgende Fleischsorten sind besonders beliebt und bekömmlich:

  • 🐂 Rind – vielseitig, reich an Eisen und gut verträglich
  • 🐔 Geflügel (Huhn, Pute, Ente) – mager, leicht verdaulich
  • 🐑 Lamm – ideal für empfindliche Hunde oder Allergiker
  • 🐟 Fisch (z. B. Lachs, Hering, Makrele) – liefert wertvolle Omega-3-Fettsäuren
  • 🐇 Kaninchen & Wild – fettarm und meist sehr verträglich

👉 Tipp: Muskelfleisch sollte die Basis bilden, Innereien wie Leber, Herz und Niere ergänzen den Nährstoffhaushalt.


Fleischsorten, die du beim BARFen meiden solltest

Nicht jedes Fleisch ist für Hunde geeignet:

  • Rohes Schweinefleisch – kann den Aujeszky-Virus übertragen (tödlich für Hunde)
  • Fleisch mit hohem Fettanteil – belastet den Stoffwechsel
  • Stark gewürztes oder verarbeitetes Fleisch (z. B. Wurst, Schinken) – enthält Salz und Zusatzstoffe
  • Gekochte Knochen – splittern und sind gefährlich für den Hund

Tipps für die Fleischfütterung im BARF

  • 🥩 Abwechslung: Verschiedene Fleischsorten im Wechsel füttern → optimale Nährstoffversorgung
  • 🧊 Frische & Hygiene: Fleisch einfrieren und langsam im Kühlschrank auftauen
  • ⚖️ Mengen: Je nach Hund machen Fleisch & Innereien ca. 70–80 % der BARF-Ration aus
  • 🍖 Knochen: Nur roh füttern, niemals gekocht!

Fleisch ist das Herzstück im BARF

Fleisch ist die Basis jeder BARF-Ernährung. Mit einer guten Mischung aus Muskelfleisch, Innereien und Fisch stellst du sicher, dass dein Hund optimal mit Nährstoffen versorgt ist.

👉 In der Hundeschule Billwerder beraten wir dich gerne zum Thema BARF.

Gemüse im BARF: Was ist geeignet und was nicht?

Gemüse im BARF – wichtig für die Nährstoffversorgung

Beim BARFen macht Gemüse rund 15–20 % der Mahlzeit aus. Es liefert Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe – und ist damit eine wichtige Ergänzung zu Fleisch, Knochen und Innereien. Doch nicht jedes Gemüse ist für Hunde geeignet.


Geeignetes Gemüse für Hunde

Folgende Gemüsesorten sind gesund und leicht verdaulich:

  • 🥕 Karotten – reich an Beta-Carotin, gut fürs Immunsystem
  • 🥒 Zucchini – mild, wasserreich und leicht verdaulich
  • 🥦 Brokkoli (in Maßen) – enthält viele Vitamine
  • 🌿 Spinat (sparsam) – liefert Eisen und Mineralstoffe
  • 🍠 Süßkartoffeln – gekocht sehr bekömmlich
  • 🍎 (kein Gemüse, aber wichtig) Äpfel ohne Kerne als Ergänzung

👉 Zubereitungstipp: Gemüse immer pürieren oder leicht dünsten, damit Hunde die Nährstoffe besser verwerten können.


Ungeeignetes Gemüse

Bestimmte Gemüsesorten sind für Hunde schwer verdaulich oder sogar giftig:

  • Zwiebeln & Knoblauch – können Blutarmut verursachen
  • Avocado – enthält den Giftstoff Persin
  • Tomaten (unreif) – enthalten Solanin
  • Kartoffeln (roh) – ebenfalls Solanin, nur gekocht füttern
  • Hülsenfrüchte (roh) – blähend und schwer verdaulich

Fazit – Gemüse als gesunde BARF-Ergänzung

Gemüse macht den Napf bunt und versorgt Hunde mit wichtigen Nährstoffen. Achte auf eine gute Mischung aus bekömmlichen Sorten und vermeide giftige Lebensmittel.

BARF für Welpen – gesunde Ernährung von Anfang an

Was ist BARF und warum für Welpen interessant?

BARF („Biologisch Artgerechtes Rohes Futter“) basiert auf der natürlichen Ernährung von Hunden. Viele Halter möchten ihren Welpen von Beginn an gesund und artgerecht ernähren.
Gerade in der Wachstumsphase spielt die richtige Ernährung eine entscheidende Rolle für Knochen, Gelenke und Immunsystem.


Kann man Welpen wirklich barfen?

Ja – BARF für Welpen ist möglich, erfordert aber besondere Sorgfalt:

  • Nährstoffbedarf: Welpen brauchen mehr Energie, Kalzium und Proteine.
  • Wachstumsphase: Eine unausgewogene Ernährung kann Fehlentwicklungen fördern.
  • Tierärztliche Begleitung: Ein Fütterungsplan vom Fachmann ist empfehlenswert.

👉 Tipp: BARF ist kein „Alles-oder-nichts“. Auch eine teilweise Rohfütterung („Teil-BARF“) kann sinnvoll sein.


Der richtige Aufbau eines BARF-Plans für Welpen

Ein ausgewogener BARF-Plan für Welpen besteht aus:

Fleisch & Innereien

  • Muskelfleisch als Hauptbestandteil
  • Innereien (Leber, Niere, Herz) liefern Vitamine

Knochen & Kalzium

  • Wichtig für den Knochenaufbau
  • Alternative: Eierschalenmehl oder Kalziumpräparate

Gemüse & Obst

  • Gekochtes oder püriertes Gemüse (z. B. Karotten, Zucchini)
  • Kleine Mengen Obst (z. B. Apfel, Beeren)

Öle & Zusätze

  • Lachsöl, Leinöl für Omega-3-Fettsäuren
  • Mineralien bei Bedarf ergänzen

So startest du mit BARF für deinen Welpen

  1. Langsame Umstellung: Beginne mit leicht verdaulichem Muskelfleisch.
  2. Kleine Portionen: Welpen sollten mehrere Mahlzeiten pro Tag bekommen.
  3. Nach und nach erweitern: Erst Fleisch, dann Gemüse, danach Knochen.
  4. Beobachten: Fell, Kot und Energie sind gute Indikatoren.

Häufige Fehler beim BARFen von Welpen

  • ❌ Zu viel Knochen → Verstopfung
  • ❌ Zu schnelle Umstellung → Durchfall
  • ❌ Keine Supplemente → Nährstoffmangel
  • ❌ „Pi-mal-Daumen“-Fütterung ohne Plan → Gefahr von Fehlentwicklungen

👉 Vermeide Experimente und lass dir einen BARF-Futterplan für Welpen erstellen.


BARF für Welpen – Vor- und Nachteile auf einen Blick

Vorteile:

  • Kontrolle über Zutaten
  • Weniger Zusatzstoffe
  • Unterstützung von Wachstum und Entwicklung

Nachteile:

  • Mehr Aufwand bei Planung & Zubereitung
  • Risiko von Fehlern ohne Fachwissen
  • Nicht für jeden Hundehalter praktikabel

Fazit – Mit BARF gesund ins Hundeleben starten

BARF kann für Welpen ein hervorragender Start ins Leben sein – vorausgesetzt, die Rationen sind sorgfältig geplant.
Wenn du unsicher bist, suche dir Unterstützung bei Experten.

🐾 Beispiel: BARF-Wochenplan für Welpen

⚠️ Hinweis: Jeder Welpe ist individuell. Dieser Plan ist nur ein Beispiel für einen ca. 10 kg schweren Welpen im Wachstum. Die genauen Mengen und Zusammensetzungen sollten immer individuell mit einem Ernährungsberater oder Tierarzt abgestimmt werden.


📅 BARF-Wochenplan (Beispiel, 4 Mahlzeiten pro Tag)

TagMorgensMittagsNachmittagsAbends
MontagMuskelfleisch (Rind) + KarottenpüreeMuskelfleisch (Geflügel)Muskelfleisch (Rind) + ZucchiniInnereien (Leber, Herz) + Öl
DienstagMuskelfleisch (Geflügel) + ApfelMuskelfleisch (Rind)Gemüse-Mix (Zucchini, Brokkoli) + FleischKnochen (Hühnerhals) oder Kalziumpräparat
MittwochMuskelfleisch (Lamm) + KarottenMuskelfleisch (Rind) + SpinatMuskelfleisch (Geflügel)Innereien (Niere, Milz) + Öl
DonnerstagMuskelfleisch (Geflügel) + BeerenMuskelfleisch (Rind)Gemüse-Mix + FleischKnochen oder Kalziumpräparat
FreitagMuskelfleisch (Rind) + KarottenMuskelfleisch (Geflügel)Muskelfleisch (Lamm) + ZucchiniInnereien-Mix + Öl
SamstagMuskelfleisch (Geflügel) + ApfelMuskelfleisch (Rind)Gemüse-Mix + FleischKnochen oder Kalziumpräparat
SonntagMuskelfleisch (Lamm) + KarottenMuskelfleisch (Geflügel)Muskelfleisch (Rind)Innereien-Mix + Öl

🥄 Mengen-Richtwerte (für einen 10 kg Welpen)

  • Gesamtfuttermenge pro Tag: ca. 5–7 % des Körpergewichts = 500–700 g
  • Zusammensetzung:
    • 70 % Fleisch & Innereien
    • 15 % Knochen oder Kalziumquelle
    • 15 % Gemüse & Obst
  • Öle: 1 TL pro Tag (z. B. Lachsöl oder Leinöl)

✅ Tipps für die Praxis

  • Futter immer roh und frisch geben (außer Knochen niemals gekocht füttern!).
  • Gemüse pürieren oder leicht dünsten, damit es besser verdaulich ist.
  • Langsam an Knochen gewöhnen – oder alternativ Kalziumpräparate nutzen.
  • Beobachte Wachstum, Fell und Energie deines Welpen.